Für Drohnenbetreiber gilt die Regis-trierungspflicht.


 

       

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Führerschein für Drohnen-Piloten

Seit 2015 ist die Zahl der von Austro Control pro Jahr bewilligten Drohnen von 410 auf 2.680 im Jahr 2019 gestiegen.

Bis zum 20. Juli 2020 wurden bereits 1.289 Anträge bewilligt. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig: Neben gewerblichen Einsatzgebieten wie für Film- und Fotoaufnahmen finden Drohnen Anwendung in der Land- und Forstwirtschaft und zunehmend in der Industrie, etwa bei Wartungs- oder Vermessungsaufgaben an schwer erreichbaren Stellen. Drohnen werden zudem von Feuerwehren und Bergrettungen genützt.

„Vor diesem Hintergrund wachsen die Anforderungen an die Regulierungsbehörden, denn die Anwendung birgt Risiken“, sagt Dr. Magnus Brunner, Staatssekretär im Verkehrsministerium. Die EU hat eine Verordnung zur Regulierung des Einsatzes von Drohnen erstellt. Sie sollte am 1. Juli 2020 in Kraft treten. Aufgrund der Covid-19-Pandemie hat die Europäische Kommission das Anwendbarkeitsdatum auf 1. Jänner 2021 verschoben.

Im dem neuen Regulativ werden Drohnen künftig in drei Kategorien unterteilt: „Offen“, „Spezifisch“ und „Zertifiziert“. Die Kategorie „Offen“ deckt je nach Einsatzort Drohnen mit einem Gewicht bis zu 25 Kilogramm ab, das sind rund 80 Prozent aller in Österreich bewilligten Drohnen.

Ab 1. Jänner 2021 entfällt die Genehmigungspflicht für Drohnen, die in der offenen Kategorie betrieben werden. Für Drohnenbetreiber gilt die Registrierungspflicht, sie erhalten eine Betreibernummer, die auch auf der Drohne vermerkt werden muss, vergleichbar mit einem Autokennzeichen. Drohnenpiloten müssen künftig eine Einschulung machen und einen Online-Test bei Austro Control absolvieren – den „Drohnenführerschein“. Bei dem Test werden etwa 30 Fragen zu den Themenbereichen Flugsicherheit/

Luftraumbeschränkungen, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen, Betriebsverfahren, allgemeine Kenntnisse zur Drohne und Luftsicherheit gestellt. Das Zertifikat ist fünf Jahre lang gültig und gilt im EU-Raum. Vorbereitungskurs und Online-Test werden kostenlos angeboten. Die Registrierung einer Drohne kostet 28 Euro. Bei komplexeren Flugvorhaben können für die notwendigen Kurse – je nach Erfordernissen (Funkschein, meteorologische Kenntnisse etc.) – höhere Kosten entstehen. Für Nutzer, die lediglich in der Kategorie „Open“ unterwegs sind, ist dies nur in Ausnahmen relevant.

„Bei der Entwicklung im Drohnenbereich müssen wir die Sicherheit im Luftraum gewährleisten“, sagt Austro-Control-Geschäftsführerin Dr. Valerie Hackl. „Wir können den Drohnen-Usern mit dem Online-Test und der Online-Registrierung nutzerfreundliche Tools anbieten.“

Das Alterslimit für das Lenken der Drohnen bzw. für den Drohnenführerschein liegt bei 16 Jahren. Die EU-Verordnung sieht Ausnahmen vor, etwa für „Spielzeugdrohnen“. Für Drohnenbetreiber ist derzeit ein Mindestalter von 18 Jahren vorgesehen.



diekriminalisten.at, Oktober 2020