Ist das Erwürgen eine schnelle und effektive Mordmethode?


 

       

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Populäre Mythen aufgeklärt

30 Mythen über die Rechtsmedizin.

Es ist eine beliebte Einstiegsszene in Krimis und Thriller: Ein Körper treibt leblos an der Wasseroberfläche eines Swimmingpools, das Gesicht nach oben. Der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Berliner Charité, Michael Tsokos, unterzieht das einem Fakten-Check: Wenn jemand ertrinkt, dann deshalb, weil er es nicht schafft, an der Wasseroberfläche zu bleiben. Sinkt der Körper ab, saugt der Betroffene Wasser in seine Lungen. Die Luft, die er in den Lungen hat, entweicht über Mund und Nase aus dem Körper. Die Kleidung saugt das Wasser auf und die Luft aus ihr entweicht ebenfalls nach oben. Sobald dann das Gehirn des Menschen nicht mehr mit Sauerstoff aus den Lungen versorgt wird, stirbt der Betroffene. Sein Körper sinkt auf den Boden des Swimmingpools. Er bleibt am Grund liegen, da es keine Unterströmung gibt wie in einem natürlichen Gewässer.
Michael Tsokos zeigt in seinem neuen Buch dreißig Irrtümer über sein Fach auf, unter anderem, dass ein Griff auf die Wade eines Erhängten Auskunft darüber gibt, ob er tot ist, dass aufgrund einer DNA-Analyse ein Phantombild angefertigt werden kann, oder dass es schnell geht, jemanden zu erwürgen.

Michael Tsokos: Schwimmen Tote immer oben? Die häufigsten Irrtümer über die Rechtsmedizin, Droemer Verlag, München, 2019; www.droemer-knaur.de



diekriminalisten.at, Februar 2020