33 Prozent waren sozial unauffällig


 

       

Bücher

Lust am Töten

Mord und Totschlag in der Kindheit.

Der Anteil von Kindern unter Mord- und Totschlagsverdächtigen liegt in Deutschland bei 0,16 Prozent. Der deutsche Kriminalpolizist Stephan Harbort wertete für sein neues Buch Morde von Kindeshand aus.

Harbort untersuchte die Taten von 48 Kindern und 64 Opfern. Fast 40 Prozent der Täter waren zwischen 12 und 13 Jahren alt. Fast 94 Prozent waren Deutsche, 4 Prozent hatten Migrationshintergrund, 2 Prozent waren nicht Deutsche. Die schulischen Leistungen der Burschen und Mädchen waren meist unterdurchschnittlich, 25 Prozent hatten „gravierende“ Fehlzeiten in der Schule. Über 52 Prozent waren durch Gewalttätigkeit schon vor der Tat aufgefallen, 33 Prozent waren sozial unauffällig.

Stephan Harbort beschreibt in seinem Buch sieben Fälle, in denen Kinder andere Menschen vorsätzlich töteten oder es versuchten. Aufgefallen ist ihm bei der Untersuchung der Taten, dass Morde durch Kinder selten im Versuchsstadium bleiben und meist nicht von Einzeltätern begangen werden.

Stephan Harbort, 54, ist Kriminalhauptkommissar in Düsseldorf. Er hat mit mehr als 50 Serienmördern gesprochen und Fahndungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern entwickelt.

Stephan Harbort: „Wenn Kinder töten, Wahre Verbrechen“, Droemer Verlag, München, 2018; www.droemer-knaur.de



diekriminalisten.at, April 2019