Die Gedenkstätte Mauthausen hat in den sozialen Medien Nachholbedarf.


 

       

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Mauthausen

Schulen spielen eine wichtige Rolle in der Information über Mauthausen.

Nahezu alle Österreicherinnen und Österreicher (96 %) sagen, sie kennen die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. 74 Prozent behaupten, Informationen dazu aus der Schule zu haben; 65 Prozent jener, die die Gedenkstätte besucht haben, sagen, das in ihrer Schulzeit getan zu haben. Bei den unter 30-Jährigen liegt dieser Wert höher (83 %). Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten OGM-Studie hervor.

Die Frage, ob Themen wie die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Geschichte des KZs Mauthausen in der Schule behandelt werden sollten, beantworteten 92 Prozent mit ja.

Nach der Studie haben sich Personen mit Pflichtschulabschluss weniger mit der Thematik auseinandergesetzt als jene mit Matura- und Hochschul-Abschluss. Menschen, die die Gedenkstätte besucht haben, diskutieren öfter und intensiver über das Thema als jene, die den Ort nicht besucht haben. Diejenigen, die an der Gedenkstätte waren, sind der Meinung, dass der Besuch sensibler gegenüber der Thematik macht und in Österreichs Schulen entsprechend behandelt werden sollte. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit Schulen weiter ausbauen“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitees Österreich. „Wir gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gedenkstättenbesuches leider sehr gering ist, wenn dieser nicht im Rahmen der Schullaufbahn passiert.“ 

Die Thematik hat laut der Studie einen geringen Stellenwert in sozialen Medien, obwohl gerade diese für unter 30-Jährige bedeutend sind. Traditionelle Medien werden von jungen Leuten kaum genutzt. Die Gedenkstätte Mauthausen hat in den sozialen Medien Nachholbedarf.




Das KZ Mauthausen war von 1938 bis 1945 Mittelpunkt eines Systems von mehr als 40 Außenlagern. Nur 42 Prozent der Befragten gaben an, andere Orte in ihrer Umgebung zu kennen, an denen NS-Verbrechen begangen wurden. Auch hier besteht Nachholbedarf. „Die Anstrengungen, den Menschen zu vermitteln, dass NS-Verbrechen nicht nur in Mauthausen stattgefunden haben, sondern auch oft unmittelbar in der eigenen Umgebung, müssen verstärkt werden“, sagt Mernyi.

diekriminalisten.at, Dezember 2018