Häftling spielen


 

       

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Unser Einfluss auf Unbewusstes

Jeder kann der „Disc-Jockey“ seines Gehirns sein.

Zweifel darüber, ob uns unser „freier Wille“ lenkt oder unser „Unbewusstes“, gibt es spätestens, seit Charles Darwin die „natürliche Auslese“ („Survival of the Fittest“) propagierte. Sie kamen in Wellen immer wieder, hatten einen bemerkenswerten Höhepunkt im Zeitalter der „Behavioristen“ ab den 1920er-Jahren. Sie klangen in den 1960er-Jahren ab, als sich die Psychologen wieder dem bewussten Denken zuwandten, und kamen wieder in den 1970er- und 1980er-Jahren, als Psychologen in Experimenten menschliches Verhalten beobachteten, etwa im „Stanford-Gefängnis-Experiment“. Dabei wurde beobachtet, wie sich „normale“ Studenten verhielten, wenn sie in einem Gefängnis-Nachbau „Häftlinge“ spielten oder „Gefängniswärter“.

John Bargh begann seine Forscherkarriere in den 1970er-Jahren und war lange Zeit geprägt von der Idee, der Mensch sei hauptsächlich bestimmt von Vorgängen in seinem Gehirn, die ihm erstens nicht bewusst seien und auf die er zweitens keinen Einfluss hätte. Nach und nach jedoch kam der Wissenschaftler zu der Überzeugung, dass Zweiteres zumindest nicht ganz stimmte. Jeder habe die Möglichkeit, der „Disc-Jockey“ in seinem Gehirn zu sein, meint Bargh.

John Bargh: „Vor dem Denken – Wie das Unbewusste uns steuert“, Droemer Verlag , München, 2018,

www.droemer-knaur.de



diekriminalisten.at, Oktober 2018