Finanzströme beobachten


 

       

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Terrorismus

Der Terror der Al Qaida und des IS.

Der Professor für Sicherheitsstudien am King’s College, Dr. Peter Neumann, verglich in einem Vortrag bei einer Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen – ÖGAVN am 23. Mai 2018 das terroristische Profil der Al-Qaida-Ära von 2001 mit dem der Terroristen des Islamischen Staats, beginnend mit 2015. Terroristen des Jahres 2001 stammten aus eher reichen, vorwiegend Saudi-Arabischen Familien. Die Terroristen des Islamischen Staates stammen vorwiegend aus sozial schwächerem Milieu, viele von ihnen aus dem Irak. Das Zusammenwirken von kriminellem Milieu und Terrorismus werde durch die Gewaltbereitschaft, das Kennenlernen und Netzwerken in den Gefängnissen und die Fähigkeit im Umgang mit Waffen, begünstigt.

Dazu zählen die notwendige Fähigkeit zum Gebrauch der Waffen, die Herstellung von falschen Dokumenten, die Nutzung internationaler Finanzierungsmöglichkeiten, die Beschaffung von Waffen und vor allem bindet die  religiöse Überzeugung, die muslimische Gläubigkeit. Die Verhaltensmuster  der Terroristen aus der Zeit um 2001 und jener aus 2015/16 haben sich massiv verändert. Dieses Wissen fehlt nach Ansicht des Vortragenden den europäischen Antiterroreinheiten. Daher rät Neumann zu einem intensivieren internationalen Informationsaustausch, zu Beobachtung der Finanzströme, und zur Berücksichtigung des sozialen Milieus bei den Ermittlungen. Viele potenzielle Terroristen kommen aus den Armenvierteln in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Belgien, oder den Niederlanden. Etwa 800 Sympathisanten der Terroristen in Syrien kommen aus Deutschland, 300 aus Österreich, aber nur 40 aus den USA. Von den Rückkehrern (25 % Frauen) gehe eine höhere Gefahr und Bereitschaft zu terroristischen Aktionen aus. Frauen, die früher nur sympathisierten, seien heute oft zu terroristischen Aktionen bereit. Professor Neumann lobte die Arbeit von Peter Gridling und fand die Vorgänge rund um das BVT „bedauernswert“.  

Maximilian Edelbacher



diekriminalisten.at, August 2018