„Viele Smart-TV weisen gravierende Sicherheitslücken auf“


 

       

Magazin

Spione aus dem Flat-TV

Smart-TVs bieten Kriminellen Möglichkeiten, heimlich Informationen und sensible Daten abzufangen.

Auch Smart-Home-Lösungen sind häufig nicht ausreichend vor unbefugten Zugriffen geschützt. Trotzdem ist sich kaum jemand der Gefahr bewusst. Der Schaden kann immens sein. Beim Mobile World-Congress in Barcelona, vom 26. Februar bis 1. März 2018 stellte der europäische IT-Security-Hersteller ESET eine neue Security-Lösung für Smart-TVs vor.

Heimliche Besucher. In den meisten Wohnzimmern findet der Großteil des Familienlebens statt. Hier trifft man sich nicht nur zum Fernsehen, sondern bespricht persönliche Dinge, empfängt Freunde oder entspannt sich. Wer möchte in solchen persönlichen Situationen beobachtet und belauscht werden?

Smart-TVs mit Kamera und Sprachsteuerung werden leicht zu einem Einfallstor für Kriminelle. Mittels eingeschleuster Schadsoftware können sie die AV-Funktionen des Fernsehers fernsteuern und sich einen Einblick in die Privatsphäre verschaffen.

Dazu muss das Smart-TV nicht einmal eingeschaltet sein. Auch wenn das Gerät auf Standby ist, können Kriminelle „Auge und Ohr“ im Wohnzimmer fremder Menschen haben. Auf dem Mobile World-Congress präsentierte ESET eine spezielle Lösung für Android-basierte Smart-TVs.

Was wissen Helfer über uns? Es ist praktisch, auf Zuruf das Licht einzuschalten, die Heizung zu regeln oder nach dem Wetter von morgen zu fragen. Möglich machen das kleine, vernetzte Helfer wie Amazon-Alexa, Google Home & Co. Diese und andere smarte Haushaltsgeräte spinnen ein Netz in den heimischen vier Wänden, das mit dem Internet verbunden ist. Viele der „intelligenten“ Funktionalitäten werden nicht über die Geräte bereitgestellt, sondern über „Cloud-Dienste“ der Anbieter. So ist es häufig kaum nachvollziehbar, wo genau welche Daten der Nutzer auf welche Art verarbeitet werden.

Problematisch wird es, wenn Drittanbieter für ihre Smart-Home-Anwendungen, Daten erheben und übermitteln, wie beispielsweise eine Heizungssteuerung. Auf diese Weise geraten persönliche Daten auch ohne Bedrohungsszenario durch Cyberkriminelle schnell in unbefugte Hände.

Internet der Dinge. Die ESET-Sicherheitsforscher zeigten auf dem Mobile World-Congress, welche Risiken in neuen Smart-Home-Applikationen sowie im „Internet der Dinge“ (IoT) lauern und wie sich diese Gefahren wirkungsvoll abwehren lassen. Schließlich möchte niemand, dass der vernetzte Kühlschrank statt einer Tiefkühl-Pizza eine Lastwagenladung Butter bestellt.

Bis Ende 2018 werden weltweit mehr als 750 Millionen Smart-TVs in Betrieb sein. Viele weisen gravierende Sicherheitslücken auf, die sie anfällig für Malware machen.

.

.



diekriminalisten.at, April 2018