„Notrufnummer“ (0800 376386) für Verhaftete


 

       

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1.200 „Notrufe“ für Rechtsanwälte

Seit 1. Jänner 2017 ist der „Rechtsanwaltliche Bereitschaftsdienst“ im Gesetz verankert.

Unter der Telefonnummer 0800 376 386 haben Verhaftete die Möglichkeit, um Beistand für die erste Vernehmung oder die U-Haft-Verhandlung anzusuchen. Seit Jahresbeginn wurde die kostenfreie Anwalts-Hotline 1.200-mal in Anspruch genommen. Die Tendenz sei steigend, vor allem in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich, berichteten Dr. Rupert Wolff, Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages, und Mag. Christian Pilnacek, Sektionschef im Justizministerium, bei einer Bilanz-Pressekonferenz.

18 Rechtsanwälte

Über die kostenfreie Hotline bieten österreichweit 18 Anwälte täglich und rund um die Uhr Rechtsberatung an. Der erste Anruf bzw. das erste Beratungsgespräch sind kostenlos, für alle weiteren Leistungen des Rechtsanwalts werden 120 Euro pro Stunde verrechnet. Sollte sich das ein Verhafteter nicht leisten können, übernimmt das Justizministerium die Kosten. Die Finanzierung dieses Dienstes ist zu sichern, sagt Sektionschef Pilnacek, schließlich handle es sich um die Umsetzung einer EU-Richtlinie.

Vorteile sehen Wolff und Pilnacek im „Rechtsanwaltlichen Bereitschaftsdienst“ nicht nur für die Betroffenen, für die eine Beiziehung eines Rechtsanwaltes eine deutliche Reduktion von Stress und Emotionen bedeute, sondern auch für die Polizei: Das Beisein eines Rechtsbeistandes biete eine „gewisse Sicherheit“, keine Vorwürfe wie eine falsche Protokollierung, untergeschobene Aussagen oder erzwungene Geständnisse fürchten zu müssen.



diekriminalisten.at, Februar 2018