65 Autoren schrieben am Handbuch Polizei-management


 

       

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Polizeimanagement

Ein Handbuch für die Polizei.

Jede Polizei muss mit ihrer Zeit gehen“, sagte Dr. Jürgen Stierle, Mitherausgeber des „Handbuchs Polizeimanagement“ aus Recklinghausen in Deutschland bei der Präsentation des Werks am 29. September 2017 im Bildungszentrum der Sicherheitsakademie in Wien. „Das erfordert ein neues Denken.“ Die Polizei dürfe sich heute nicht mehr nur als Behörde verstehen, nicht mehr nur als Verwaltungseinheit – „sie muss sich auch als Dienstleistungsunternehmen für den Bürger verstehen“, betonte Stierle.

Insgesamt 65 Autoren aus Deutschland, Österreich, Holland und den USA schrieben am „Handbuch Polizeimanagement“. Mitherausgeber sind Dieter Wehe, der frühere Leiter der „Deutschen Hochschule der Polizei“ (DHPol) in Münster, und der österreichische Unternehmensberater Dr. Helmut Siller aus Wien. Neben Siller gibt es eine Reihe österreichischer Autoren, unter anderem Kriminalpolizei-Mitarbeiter Gerhard Brenner und Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums. Brenner und Grundböck referierten neben Stierle und Siller über ihre Beiträge. Beide befassten sich mit dem Vertrauen in die Polizei und dem Vertrauen in die Sicherheit.

Sicherheitsvertrauen

Karl-Heinz Grundböck erläuterte den Hang einiger Medien zu einer Skandalisierung mithilfe polizeilicher Themen. Dadurch werde auf Dauer das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit ihres Alltags unterminiert.

Medien und Polizei seien verführt, in einen Skandalisierungsverband einzutreten – die Medien mit dem Ziel, ihre Verkaufszahlen und Werbeeinnahmen zu steigern, die Polizei um in Politik und Gesellschaft zu einem höheren Stellenwert zu kommen und unter anderem, um bessere Ausrüstung und mehr Personal zu erreichen. Grundböck plädierte für eine objektive, unaufgeregte Kommunikation polizeilichen Geschehens.

Fake News & leise Vernunft

Gerhard Brenner stellte dar, wie Fake­News entstehen und wie sie auf Hörer, Seher und Leser wirken. Aufgeregte Falschmeldungen seien eingängig, dauerhaft und von ihnen bleibe immer etwas hängen. Insgesamt führten sie zu einer „Misstrauensstimmung und einem Klima des Misstrauens“.

Es sei schwer Fake News beizukommen. Sie seien nicht durch emotionale Appelle aus den Köpfen der Medienkonsumenten zu bekommen und „schon gar nicht durch reine Fakten“, betonte Gerhard Brenner. „Die Stimme der Vernunft ist leise“, zitierte er Sigmund Freud.

Das „Handbuch Polizeimanagement“ besteht aus zwei Bänden mit insgesamt 1.240 Seiten und mit Beiträgen zu den Themen Führung, Organisationskultur, Strategie, Polizei-Marketing, nationale und internationale Polizeikooperation, Politik und es enthält eine Reihe von Praxisbeispielen. Es ist im Springer-Verlag erschienen.



diekriminalisten.at, Dezember 2017