Es kann und wird jeden treffen


 

       

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Cyberkriminalität

Drei von vier Unternehmen sind betroffen.

Die Quote der im Netz angegriffenen Unternehmen in Österreich ist von 2016 auf 2017 von 49 auf 72 Prozent gestiegen. In jedem zweiten Fall waren dann sämtliche Geschäftsprozesse unterbrochen. Nur 31 Prozent der Cyber-Angriffe wurden gemeldet.

Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens KPMG, für die 240 Cybersicherheitsexperten österreichischer Unternehmen befragt wurden. „Das Fazit der Studie: Es kann und es wird jeden treffen“, sagt Andreas Tomek, Partner bei KPMG.

Negativer Spitzenreiter waren Industrie-unternehmen: 87 Prozent waren Opfer von Cyberangriffen. „Cyberkriminelle wittern bei Industrieunternehmen unmittelbaren finanziellen Erfolg“, sagt Tomek. „Angriffe in dieser Branche können im schlimmsten Fall zum Produktionsstillstand führen.“

Schwachstelle Mensch

Mal-/Ransomware (90 %), Phishing (89 %) und Social Engineering (47 %) sind laut der Umfrage die häufigsten Angriffsmethoden. „In allen drei Kategorien machen sich die Cyberkriminellen die Sorglosigkeit und Neugierde von Mitarbeitern zunutze“, erklärt KPMG-Partner Michael Schirmbrand. „Daher müssen Unternehmen in Zukunft vermehrt Faktoren wie die Unternehmenskultur ins Zentrum ihrer Sicherheitsüberlegungen stellen.“

„Die Tendenz geht in Richtung zielgerichteter Angriffe“, sagt KPMG-Partner Gert Weidinger. „Advanced Persistent Threats“ machen 23 Prozent aller Angriffe auf Unternehmen aus. Darunter werden hochentwickelte, individualisierte und zielgerichtete Angriffe auf kritische IT-Infrastruktur und vertrauliche Daten verstanden.



diekriminalisten.at, Dezember 2017