„Richter müssen die die vielfältigen und außerordentlich dynamischen Bereiche des Verwaltungsrechts profund beherrschen.“


 

       

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Richterfortbildung

Akademie der Verwaltungsgerichte.

In Zusammenarbeit mit der Johannes-Kepler-Universität Linz und der Wirtschaftsuniversität Wien errichten die Verwaltungsgerichte und der Verwaltungsgerichtshof die Akademie der Verwaltungsgerichtsbarkeit für rund 750 Verwaltungsrichterinnen und -richter. Damit soll sichergestellt werden, dass aufbauend auf den Qualifikationen der Verwaltungsrichterinnen und -richter eine regelmäßige Wissensaktualisierung und ein laufender Wissensaustausch sowohl in Rechtsfragen als auch in Managementfragen stattfindet. Weiters soll Innovation unterstützt werden. „Die Verwaltungsgerichtsbarkeit braucht Richterinnen und Richter, die die vielfältigen und außerordentlich dynamischen Bereiche des Verwaltungsrechts profund beherrschen“, sagte der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Dr. Rudolf Thienel bei der Präsentation der Akademie. Gleichzeitig sollten die Richter das Leitbild eines unabhängigen, nur dem Gesetz verpflichteten Richters internalisiert haben.  

Die Präsidentenkonferenz der Verwaltungsgerichte, in der alle Verwaltungsgerichte zusammenarbeiten, hat bereits 2014 das Projekt einer gemeinsamen Fort- und Weiterbildung auf universitärem Niveau initiiert. Auch Mitglieder des Verwaltungsgerichtshofes wirkten als Vortragende an den Weiterbildungsprogrammen mit. In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurden mehr als 30 Fortbildungsveranstaltungen angeboten und durchgeführt. Jetzt wird diese Zusammenarbeit institutionalisiert.

Hochqualifizierte Juristen. An den Verwaltungsgerichten arbeiten hochqualifizierte Juristinnen und Juristen mit langjähriger Berufspraxis und Erfahrungen im Verwaltungsrecht. Aufgrund der Vielfalt der Materien, die an den Verwaltungsgerichten zu judizieren sind, ist nicht nur Erfahrung in der Verwaltung sondern auch eine berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung wichtig.

„Die Errichtung der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist ein Meilenstein für den österreichischen Rechtsstaat“, sagte Univ.-Prof. Mag. Dr. Meinhard Lukas, Rektor der Johannes-Kepler-Universität Linz. „Dass die Richterakademie so rasch ins Leben gerufen und nun institutionalisiert worden ist, ist bemerkenswert.“

Rund 750 Richterinnen und Richter sind in der Verwaltungsgerichtsbarkeit tätig. In den ersten drei Jahren sind insgesamt mehr als 250.000 Verfahren an den Verwaltungsgerichten anhängig geworden. In rund 96 Prozent aller abgeschlossenen Verfahren wurde im Jahr 2016 keine Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben – ein Indiz für die hohe Qualität der Entscheidungen. Gegen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte kann ein Rechtsmittel an die Gerichtshöfe öffentlichen Rechts – eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof und/oder eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof – erhoben werden.



diekriminalisten.at, August 2017