Straftaten werden beschrieben und analysiert


 

       

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Suchtmittelrecht für Praktiker

Universitätsprofessor Birklbauer und Rechtsanwalt Machac gestalteten ein praxisorientiertes Handbuch für Juristen, Therapeuten, Sozialarbeiter, Polizisten...

Das „Giftgesetz 1928“ (GiftG 1928) sah Strafen von einer Woche bis zu sechs Monaten Haft vor. Unter Strafe gestellt war die illegale Überlassung von „Rauschgift und anderen Giften“.

1946 beschloss der Nationalrat das „Suchtgiftgesetz“; es wurde im 207. Bundesgesetzblatt der Zweiten Republik verlautbart. Die „Gefährdung der Volksgesundheit“ wurde darin mit Haftstrafen zwischen fünf und zehn Jahren bedroht. Ab 1949 war nicht nur der Handel mit Haft­strafen belegt, sondern auch der Erwerb und Besitz von illegalen Suchtgiften. Mit dem Entstehen einer „harten Drogenszene“ Ende der 1960er-Jahre wurde der Grundsatz „Therapie statt Strafe“ eingeführt. Sucht wurde als Krankheit anerkannt. 1997 ersetzte das Suchtmittelgesetz das Suchtgiftgesetz 1946. 2012 wurde es durch das „Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz“ ergänzt.

Das ist im Wesentlichen die Geschichte der Suchtmittelbekämpfung in Österreich. Im „Suchtmittelrecht für die Praxis“ ist sie ausführlicher dargestellt. Das Buch ist eine Handreiche für Praktiker. Im ersten Teil werden die am häufigsten vorkommenden Suchtmittel beschrieben: Amphetamin, Cannabisprodukte, Ecstasy, Heroin, Kokain, Crack, LSD und Pilze. Zu jedem Suchtmittel werden nicht nur rechtliche Aspekte erläutert, sondern auch, wie sie erzeugt und konsumiert werden, sowie welche Wirkungen sie haben. Im Hauptteil werden die Straftaten nach dem SMG beschrieben und analysiert. Im Abschnitt „Therapie statt Strafe“ werden die Grundzüge erläutert und die Autoren gehen auf die Prinzipien der Substitution ein. Auch dem 2012 in Kraft gesetzten „Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz“ ist ein Kapitel gewidmet.

Die Autoren: Univ.-Prof. Dr. Alois Birklbauer leitet an der Johannes-Kepler-Universität Linz die Abteilung für Praxis der Strafrechtswissenschaften und Medizinstrafrecht am Institut für Strafrechtswissenschaften. Mag. Arthur Machac ist Rechtsanwalt in Wien. Er ist spezialisiert auf Fälle nach dem Suchtmittelrecht.

Alois Birklbauer, Arthur Machac: Suchtmittelrecht für die Praxis, Manz’sche-Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien, 2017; www.manz.at

diekriminalisten.at, August 2017