Kiberer Blues

Nicht für die Schule ...

... lernen wir, sondern fürs Leben. Und genau da hapert es ganz gewaltig. Bildungsferne Migranten finden kaum einen Job, sind schwerer zu integrieren und werden öfter straffällig. Die große Gefahr: Ihr „Lebensmodell“ geben sie auch an ihre Kinder weiter.

Österreich verändert sich gerade. Und ganz Europa. Die Fehler der Vergangenheit haben eine Dimension erreicht, die ein Verschweigen und Schönreden (siehe das Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“ der Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger) nicht mehr möglich machen. Die EU ist zerstritten wie immer und bietet kaum reale Lösungen. So arbeitet jedes Land an eigenen Lösungen, von Italien über Dänemark bis Schweden.

Familienclans. Vor allem in Deutschland poppen der Reihe nach die schweren Versäumnisse auf: Eine kaputtgesparte Polizei, No-Go Areas, Schutzgelderpressungen im großen Stil, offener Drogenhandel, mächtige Familienclans inklusive organisierter Angriffe auf Polizeibeamte, die es wagen, in deren Einflussgebiet Kontrollen durchzuführen. Clanchefs wie Issa Remmo oder Arafat Abou-Chaker sind Berühmtheiten und zeigen dem Rechtstaat die lange Nase (bzw. den Mittelfinger). Nach einer mehrjährigen „Schrecksekunde“ und Druck von der AfD steigt nun die Erwartung auf Politik und Polizei. Die hat nun eine Strategie der „1000 Nadelstiche“ begonnen und versucht mit konzentrierten Kontrollen, wieder Einflussgebiete an den Staat zurückzugewinnen.

Kinder entziehen. Der Berliner Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) denkt an, dass kriminellen Clans vom Jugendamt die Kinder weggenommen werden, um sie aus dem kriminellen Milieu zu befreien. Stadtrat Liecke: „Das kriminelle Umfeld muss gerichtsfest als Kindeswohlgefährdung definiert werden. Etwa, weil ältere Brüder und Cousins Straftaten begehen.“ Ein Kind aus seiner Familie zu nehmen, um es nicht kriminell werden zu lassen – wie verzweifelt muss die Lage sein?

Kickl rules. In Österreich gibt Herbert Kickl das Tempo und den Ton an. Kindesentziehung war noch kein Thema für den Innenminister, aber „Ausreisezentren“ und die geplante „Sicherungshaft“ sorgen für Aufregung auf der einen, für breite Zustimmung auf der anderen Seite. Immerhin 69% der Bevölkerung halten laut einer Profil-Umfrage die Präventivhaft für überlegenswert, 22 % der Befragten sind dagegen. Darunter auch Kardinal Schönborn, nicht gerade bekannt dafür, sich in die Tagespolitik einzumischen. Sind die Maßnahmen des Innenmisters längst überfällig und notwendig oder nur populistische Ablenkungsmanöver, wie es die Opposition darstellt?

Nie mehr Schule. Diverse Communities sind inzwischen groß genug, dass man sein Leben ohne ein Wort Deutsch problemlos bestreiten kann. Die Folge: In Wien spricht jeder zweite Schüler nicht Deutsch als Umgangssprache. Apropos: In Duisburg sprechen 8,2 % der Schulanfänger fehlerfrei Deutsch, 29,8 % weisen erhebliche Mängel auf und 30,1% können überhaupt kein Deutsch. An der Schule „Köllnische Heide“ im Berliner Bezirk Neukölln (330.000 Einwohner) hatte von 103 Erstklässlern ein Kind deutsche Eltern.
Und noch fataler: Jedes Jahr verlassen ca. 30 % der Kinder die österreichischen Pflichtschulen, ohne ausreichend rechnen, schreiben oder sinn­erfassend lesen zu können. Diese rund 10.000 Jugendlichen pro Jahr sind für den Arbeitsmarkt verloren. Sie werden kaum ein selbstbestimmtes Leben führen können. Aber sie werden ihrerseits auch Kinder bekommen und großziehen, für die ein Leben zwischen Mindestsicherung und Kriminalität normal ist. Genau hier liegt der soziale Sprengstoff der nächsten Generationen.

Ehrliche Selbstreflexion? Und was werden die arbeitslosen Eltern ihren Kindern erzählen? Dass sie zu wenig Deutsch gelernt haben, dass sie die Schule nicht wichtig genug genommen haben, auch weil die restliche Familie nicht viel davon gehalten hat? Oder werden sie den Kindern erzählen, dass sie wegen ihrer Herkunft oder ihrer dunklen Hautfarbe keinen Job und nie eine Chance bekommen haben?

Über Generationen. Schauen wir nach Amerika. Die Apartheid wurde in den USA 1964 offiziell beendet. Farbige können mittlerweile alles erreichen, inklusive des Präsidentenamtes. Trotzdem sind unter der schwarzen Bevölkerung proportional mehr alleinerziehende Mütter, mehr Schulabbrecher und mehr Arbeitslose zu beobachten. Schwarze Männer stellen rund 5% der Bevölkerung, aber sind für beinahe 50% der Tötungsdelikte verantwortlich. Und auch wenn es „Black Lives Matter“ gerne anders darstellt, die größte Gefahr für die schwarze Community ist nicht die schießwütige Polizei, sondern andere Schwarze. Das Problem der schlechten Bildung, der Armut und damit auch der Kriminalität wird also offenbar von Generation zu Generation weitergegeben.
Das Schul- und Sozialsystem der USA ist natürlich nur bedingt mit dem unseren zu vergleichen, trotzdem sollten die Alarmglocken läuten. Die soziale Durchlässigkeit ist auch in Österreich begrenzt. Wie man am Beispiel USA auch deutlich sieht, Versäumnisse in der Bildungs- und Sozialpolitik landen am Ende bei der Polizei, für alle Beteiligten die schlechteste Variante!

Vorbild asiatische Community. Und ja, es gibt Unterschiede zwischen den Herkunftsländern. Viele Asiaten sind in den Pionierjahren der USA auch als Arbeitssklaven auf den neuen Kontinent gekommen. Trotzdem hatte die asiatische Community nie die Probleme der afroamerikanischen Landsleute. Was sicher nicht an den Genen oder der Hautfarbe, aber ziemlich sicher an der kulturellen Sozialisierung liegt.
Diese Sozialisierung lässt sich teilweise direkt in der Kriminalstatistik ablesen. Wir haben in der vorigen Ausgabe die Zahlen zum Suchtmittelbericht zitiert, wonach Afghanen seit der Einwanderungswelle Platz 1 im Länderranking belegen. Während beispielsweise die tschetschenischen Einwanderer in der Suchtmittelstatistik kaum einen Einfluss haben, sie sind dafür bei Gewaltdelikten sehr präsent.

Islam in der Schule. Mittlerweile hat sich der islamische Glaube als möglicher Stolperstein bei der Integration herausgestellt. Was immer mehr Kinder an österreichischen Schulen betrifft. Schauen wir uns deshalb die Studienergebnisse von Klaus Spenlen an:
Der Düsseldorfer Islamforscher untersucht seit rund 25 Jahren das Thema Islam in Schulen. Zu den daraus resultierenden Problemen hat er nun ein Handbuch mit 90 konkreten Fällen und Lösungsstrategien herausgebracht.

Religiös neutraler Raum. Seine wichtigste Forderung: Die Schulleitung braucht den Mut, auf der Vorstellung von Schulen als religiös neutralen Raum zu beharren! Aber Spenlen weiß auch, dass der hohe Anteil von muslimischen Schülern den Alltag prägen wird und Änderungen erforderlich machen wird. Auch um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, da klagende Muslime das verfassungsmäßige Recht (in Deutschland) auf ihrer Seite haben. Beispielsweise haben Gerichte schon die Geschlechtertrennung beim Schwimmen und Sport empfohlen.

Feiertage, Geburtstage. Oder das Thema Feiertage, am Beispiel des Fastenbrechens: Wenn 80% der Schüler Muslime sind, lohnt es sich nicht, den Schulbetrieb für den verbleibenden Rest aufrecht zu erhalten, Spenlen empfiehlt daher, flexible Feiertage auf muslimische Festtage zu legen. Lehrer sollten auch akzeptieren, wenn Schüler an ihrem Geburtstag keine Gratulationen wollen. Ein Prophetenwort aus der islamischen Überlieferung verbietet – weil es eine Nachahmung von Juden und Christen wäre – Geburtstage zu feiern. Ganz wichtig ist für Spenlen, den „organisierten Mainstream-Islam“, sprich die vier großen muslimischen Dachverbände, aus der Schule zu verbannen, diese agieren desintegrierend.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin von 2013, wonach 65% der muslimischen Schüler religiöse Gebote für wichtiger als staatliche Gesetze hielten.

Integration – in welche Richtung? Der Islam wird also unsere Schulen verändern. Und damit auch die Generationen die das Land in Zukunft führen. Was kann die Gesellschaft an Integration erwarten?
Der Islam-Experte Ahmad Mansour sagte dazu im Focus-Interview: „Im Moment treffen die Flüchtlinge auf eine unsichere Gesellschaft, die selbst nicht versteht, was die eigenen Werte sind. Aus Angst vor Rassismus oder davor, den Rechten Vorlagen zu liefern, vermeidet man, die Herausforderungen und Probleme anzusprechen und eine klare Erwartungshaltung zu formulieren. Integration ist nicht das Zelebrieren von Unterschieden, sondern die Festlegung von Regeln, im Rahmen des Grundgesetzes bindend für alle. Der Staat muss hier entschieden und selbstbewusst auftreten. Nur so können wir die Menschen für uns gewinnen.“

Ja, aber. Eine Erwartungshaltung formulieren, Festlegung von Regeln, entschieden und selbstbewusst auftreten. Das klingt gut und wird auch bei den willigen Einwanderern funktionieren. Die Willigen sind aber nicht das Problem. Und mit welchem Recht will man von einem Einwanderer mehr verlangen, als dass er sich lediglich an die Gesetze hält? Es ist ja gerade das Wesen der freien Demokratie, des westlichen Lebensstils, dass die Gesellschaft keine Vorschriften zur Lebensweise machen kann. Alles, was nicht gegen geltende Rechtsnormen verstößt, ist erlaubt. Wenn ich mich morgen entscheide, meine Unterhose außen zu tragen, die Waschmaschine als Gottheit zu verehren und dabei tibetanische Volkslieder zu trällern, dann hat die Gemeinschaft damit klarzukommen. Deshalb sehe ich die realen Möglichkeiten, islamistische Hardliner oder politische Wirrköpfe bekehren zu wollen, als äußerst beschränkt.

Wer ist gemeint? Politiker bleiben deshalb beim Thema Integration gerne sehr allgemein. Sie wissen genau, dass jede konkrete Forderung oder Einschränkung auch andere Gruppen treffen würde: Eigene Geschäfte, strenge religiöse Regeln inklusive auffälliger Bekleidungsregeln – wer automatisch an Muslime denkt, sollte sich in ein Café am Karmelitermarkt setzen und die zahlreichen orthodoxen Juden beobachten... Auch ein Fall von mangelnder Integration? Der große Unterschied ist, dass Bildung bei den Juden großen Stellenwert hat und sie deshalb in der Kriminalstatistik keine nennenswerte Rolle spielen.

Zwang zur Integration? Den Zwang zur Integration kann es also nicht geben. Integration wird passieren, wenn in Zukunft – nicht nur in den Schulen – wieder eine autochthone Mehrheit einer fremdsprachigen/kulturfremden Minderheit gegenübersteht. Deshalb ist der Ansatz von jenen, die die vielfältigen Probleme über die Zahl der zu integrierenden Personen in den Griff bekommen wollen, nicht unlogisch. Außer die EU findet zur Integrationsdebatte in den nächsten Monaten den Stein der Weisen. Das war natürlich nur ein Scherz.
Herbert Windwarder

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