"Freundliche Gäste"

Haustürbetrüger und Einschleichdiebe sind mit allen Wassern gewaschen. Sie sind freundlich, wirken vertrauenserweckend und nützen die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer skrupellos aus.

"Spenden-Trick“
Gauner bitten um Spenden für einen "guten Zweck“. Sie verkaufen weit überteuerte Deckerl oder Weihnachtskarten, die angeblich Behinderte hergestellt haben. Weder die Ware, noch die Spende hat jemals ein Bedürftiger gesehen.

Der "Wahrsagerinnen-Trick“
Eine Dame, die sich als „Hellseherin“ ausgibt, sagt ein nahendes Unglück voraus. Das Opfer könne die "Katastrophe“ nur durch saftige Zahlungen an sie abwenden. Häufig wird auch Schmuck "weggezaubert“.

Der "Zettel-Trick“
Zwei Personen geben vor, jemandem im Haus eine Nachricht hinterlassen zu wollen. Sie ersuchen um Zettel und Kugelschreiber. Kaum hat man sich’s versehen, sind sie in der Wohnung und führen Tücher oder Ähnliches vor. Die Sicht wird verdeckt, und ein Dieb schleicht sich in die Wohnung ein.

Der "Teppich-Trick“
Die Betrüger bieten angeblich wertvolle Teppiche zu günstigen Preisen an. In Wirklichkeit handelt es sich um Ware zweiter Wahl.

Der "bitte-ein-Glas-Wasser-Trick“
Eine Dame (oft auch in Begleitung) klingelt an der Tür und gibt vor, dass ihr übel sei. Sie bittet um ein Glas Wasser und drängt sich in die Wohnung. In unbemerkten Augenblicken sucht sie nach Wertsachen. Und wird meist fündig.

Hilfsbereitschaft
Ein vermeintlich netter junger Mann bietet einer älteren Dame an, die Einkaufstasche nach Hause zu tragen. Dort angekommen, ersucht er um ein Glas Wasser und durchstöbert die Wohnung.

"Glücksboten“
Ein freundlicher Herr stellt sich als Angestellter der Pensionsversicherung vor. Man habe zu wenig Pension ausbezahlt. Der Fehler solle bereinigt werden. Dazu benötige er das Sparbuch samt Losungswort - sagt der Betrüger.
"Der Gaskassier“
Betrüger kassieren als falsche Beamte eine Gas- oder Stromnachzahlung, heben als falsche Kriminalbeamte Strafen ein oder kommen als Handwerker. Statt etwas zu reparieren, stehlen sie, was nicht niet- und nagelfest ist.

"Zeitungskeiler“
Hausierer bieten Zeitschriftenabonnements an. Der Erlös soll einem „guten Zweck“ zukommen. Bei Vertragsabschluss unterschreibt das Opfer mehrere Zettel, weiß aber nicht, dass es damit mehrere Illustrierte bestellt.
Täglich versuchen Betrüger, Sekten und Scharlatane, uns um unser Geld zu erleichtern. Oft dringen sie bis in unser Wohnzimmer vor – in Zeitungsinseraten und Prospekten. Sie wecken Hoffnung und Neugier, setzen auf unsere Leichtgläubigkeit und verstehen es, sich in den schönsten Farben darzustellen. Sie wenden die gleichen Mittel an wie seriöse Werbung, gespickt mit psychologischen Tricks – etwa dem Hinweis, ein Sonderangebot gelte nur mehr einen Tag.
Ausweis prüfen
Betrüger benutzen oft gefälschte oder verfälschte Ausweise. Mit einem Computer sind sie einfach herzustellen. Die Kriminellen zeigen die Dokumente meist einen Augenblick her und stecken sie rasch wieder in die Tasche.

Oft ist die Fälschung mit freiem Auge zu enttarnen:
• Die Ausweisdaten passen nicht zu demjenigen, der das Dokument vorlegt;
• das Alter im Ausweis passt nicht mit seinem Alter in Zusammenhang mit dem Ausstellungsdatum;
• unsauberer Druck;
• Rechtschreibfehler;
• ausgetauschtes Foto im Ausweis;
• Spuren von Radierungen und Klebstoffresten;
• Bruchstellen am Stempelrand;
• verschiedene Stempelarten;
• ungleich gealterte Ösen;
• matte Stellen im Schräglicht deuten auf chemische Manipulationen hin;
• verwackelte Zeilen;
• händisch nachgezogene Textteile;
• Vergleich mit anderen Ausweisen.

Rücktrittsfristen für Haustürgeschäfte
Woche: Wenn dem Kunden ein Schriftstück mit Namen und Anschrift des Unternehmens und eine schriftliche Belehrung über das Rücktrittsrecht ausgefolgt wurde.
Monat: Wenn ihm ein solches Schriftstück nicht ausgefolgt wurde.
Wurden nicht einmal Firmenname und Adresse bekanntgegeben, gibt es ein unbefristetes Rücktrittsrecht.

Ausnahmen:
• Bei Zeitschriften-Abos muss eine Auftragsbestätigung per Post zugesandt werden. Die Wochenfrist beginnt erst zu laufen, sobald das Schriftstück einlangt.
• Bei Abzahlungsgeschäften muss ein „Ratenbrief“ mit einer Belehrung über das Rücktrittsrecht ausgestellt werden. Erst dann beginnt die Wochenfrist zu laufen.

Wichtig:
Der Rücktritt muss schriftlich erklärt werden. Begründung ist nicht notwendig.