Alarmanlagen

Wer sich dazu entschließt, eine Alarmanlage installieren zu lassen, sollte das Angebot der „Kriminalpolizeilichen Beratung“ nutzen. Die Beamten kommen ins Haus und erarbeiten kostenlos ein Sicherheitskonzept. Sie beraten objektiv und produktneutral.

Bei Einfamilienhäusern mit zahlreichen Fenstern, Türen und Balkon- oder Schiebetüren empfiehlt es sich, zusätzlich zu mechanischen Sicherungen eine Alarmanlage einbauen zu lassen.

Sichtbarer Einbau
Alarmsysteme sind eine Ergänzung zu mechanischen Sicherungen, kein Ersatz dafür. Allein die Tatsache, dass ein Objekt mit einer Alarmanlage gesichert ist, schreckt drei Viertel der Einbrecher ab. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Universität Graz. Daher sollten Komponenten der Alarmanlage von außen sichtbar sein, etwa eine Außensirene oder ein Blinklicht.
Den Einbau einer Alarmanlage sollte in jedem Fall ein Fachmann vornehmen. Die genaue Einstellung der Anlage vermeidet Fehlalarme, die kostenpflichtig sind, wenn Polizei oder Gendarmerie gerufen wird. Anerkannte Errichter sorgen überdies für eine regelmäßige Wartung. Alarmanlagen sollten den Richtlinien des "Verbands der Sicherheitsunternehmen Österreichs“ (VSÖ) entsprechen. Bei VSÖ-geprüften Anlagen gewähren Haushaltsversicherer Prämiennachlässe bis zu zehn Prozent.
Die Bedienung der Alarmanlage muss einfach und verständlich sein. Alle Hausbewohner sollten mit ihr vertraut sein.

Bei Hausbau Alarmanlage einplanen
Beim Neubau eines Hauses empfiehlt es sich, eine Alarmanlage miteinzuplanen, auch wenn sie nicht gleich installiert wird. Die Grundvorrichtungen zu schaffen, ist nicht teuer und macht sich bezahlt, wenn man sich später für eine Alarmanlage entscheidet.
Alarmanlagen überwachen Fenster, Türen und andere Öffnungen - die so genannte Außenhaut - und sie überwachen Innenräume auf Bewegungen.
Bei der Außenhautüberwachung werden alle Öffnungen wie Fenster und Türen gesichert. Der Täter wird bereits beim Aufbrechen geortet, Fehlalarme kommen selten vor.
Bei der Raumüberwachung werden die Melder an strategisch wichtigen Punkten innerhalb des Hauses platziert, sodass der Einbrecher beim Betreten dieser Bereiche von der Anlage erfasst wird.
Am häufigsten werden sogenannte Passiv-Infrarot-Bewegungsmelder verwendet, darüber hinaus so genannte Dualmelder - eine Kombination aus Infrarot und Ultraschallsystemen.
Haustiere (Hund, Katze) lösen die Raumüberwachung aus und führen zu Fehlalarmen. Auch zu Zeiten, in denen sich Menschen im Haus aufhalten, sollte die Raumüberwachung ausgeschaltet sein.

Der Weg zum Alarm
Die Anlage kann mit Schlüsselschaltern, Ziffernkombinationen oder Blockschlössern scharfgeschaltet werden.
Melder registrieren, wenn sich jemand am Haus zu schaffen macht und leiten diese Information über die Übertragungswege (Funk oder Draht) an eine Zentrale weiter, das Gehirn der Anlage. Diese prüft die Meldung und schlägt Alarm. Eine Sirene beginnt zu heulen, ein Blitzlicht zu blinken, oder es wird "stiller Alarm“ ausgelöst und ein Sicherheitsdienst alarmiert.

Melder
Öffnungskontakte melden der Zentrale, wenn ein Kontakt unterbrochen wird, etwa weil ein Fenster unbefugt geöffnet wurde. Glasbruchmelder geben Alarm, wenn eine Glasfläche bricht, an der ein Spannungsfeld aufgebaut ist. Glasbruchmelder sind an geripptem Glas und Verbundglas wirkungslos. Hier helfen Erschütterungsmelder aus. Sie reagieren sensibler, allerdings steigt die Gefahr eines Fehlalarms. Körperschallmelder zeigen an, wenn jemand auf einen Tresor einhackt.
Beim Innenraumschutz geben Bewegungsmelder Veränderungen bekannt, Kontaktmatten melden, wenn sie jemand betritt. Bewegungsmelder funktionieren per Infrarot, Ultraschall, Mikrowelle oder mit einer Kombination aus zwei dieser Funktionen (Dualmelder). Infrarot reagiert auf plötzlich zunehmende Wärme, etwa weil ein Mensch den Überwachungsbereich betritt. Ultraschallbewegungsmelder schlagen Alarm, wenn ein Spannungsfeld zwischen dem Sender- und dem Empfängerteil unterbrochen wird.
Mikrowellenbewegungsmelder arbeiten wie ein Radargerät: Der Melder strahlt Mikrowellen aus und empfängt die reflektierten Strahlen. Infrarot, Ultraschall und Mikrowellen haben Schwachpunkte. Oft reagieren sie zu sensibel. Dualmelder kombinieren zwei der Systeme und melden den Alarm nur dann, wenn beide einen Einbruchsverdacht anzeigen.

Übertragungsweg
Signale der Melder werden über extra verlegte Kabelverbindungen weitergegeben, über normale Stromleitungen oder per Funk. Ein Sabotageschutz ist notwendig, um zu vermeiden, dass Einbrecher die Leitung kappen und die Anlage außer Betrieb setzen. Die wenigsten Funkalarmanlagen sind VSÖ-anerkannt.
In erster Linie werden verkabelte Systeme empfohlen.

Alarm
Mindestens zwei Sirenen sollten verwendet werden. Eine der Dreh- oder Blitzleuchten sollte deutlich sichtbar montiert sein, die andere eher versteckt. Sie sollten schwer erreichbar sein.
Die Zentrale registriert, welcher Melder Alarm geschlagen hat.

Stiller Alarm
Er erfolgt über eine Telefonleitung zu einem Sicherheitsdienst. Dort kommt ein vorgegebener Text an, der meldet, wo Alarm ausgelöst worden ist. Der Wachdienst kann telefonisch viele Fehlalarme abklären, oder er fährt zur Alarmstelle und verständigt Polizei oder Gendarmerie.