Anrufen kostet nichts

Zeugen sind gesetzlich verpflichtet, Verletzten beizustehen. Das Einschreiten bei weniger schweren Delikten ist eine moralische Pflicht.

Jemand wird auf der Straße angepöbelt, bedrängt, beschimpft. Hand aufs Herz: Wie reagieren Sie? Beobachten Sie die Szene aus sicherer Entfernung? Suchen Sie das Weite? Oder gibt es für Sie kein Überlegen - Sie helfen dem Bedrohten?
Das Gesetz verpflichtet jeden, Verletzten beizustehen. Wer wegsieht, macht sich strafbar. Außerdem könnte man selbst einmal in eine Situation geraten, in der man auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Genauso verhält es sich, wenn man Zeuge eines Verbrechens wird und zum Hergang der Tat zunächst einem Gendarmen oder Polizisten gegenüber und später vor Gericht aussagen sollte.

Notruf 133

Verdächtige Vorgänge sollte man der nächsten Sicherheitsdienststelle melden oder am Notruf (133) bekanntgeben. Die Gendarmerie- und Polizeibeamten kommen lieber einmal umsonst als zu spät. Durch eine Anzeige werden möglicherweise weitere Straftaten verhindert. Meist bleibt es nicht bei einer Tat, und früher oder später geht der Übeltäter der Exekutive ins Netz.
Übrigens: Man setzt sich nicht von vornherein der Gefahr einer Verleumdungsanzeige aus, wenn man jemanden einer Tat verdächtigt. Eine Verleumdungsklage droht nach dem Strafgesetz nur dann, wenn man weiß, dass die Verdächtigung falsch ist.
Für eine Sofortfahndung benötigt die Polizei bzw. Gendarmerie in knapper Form Informationen darüber, was geschehen ist, wie der oder die Täter aussieht bzw. aussehen und in welche Richtung er/sie geflüchtet ist/sind.