Sperren aus Titan

Jährlich verschwinden in Österreich 300 Motorräder, immer mehr davon für immer. Die heißen Öfen lassen sich mit einfachen Mitteln gegen Diebstahl schützen.

Motorradteile
Vielfach dienen Motorräder als leicht "ausschlachtbare“ Ersatzteillager auf der Straße. Am häufigsten bestellen die Diebstahlsopfer in den Motorradzubehörgeschäften Griffe, Scheinwerfer und "Top-Cases“. Hoch im Kurs stehen Seiten- und Verkleidungsteile, wegen hoher Anschaffungspreise und großer Beliebtheit bei Motorradfans.

Bei folgenden mechanischen Sicherungen beißen Zweiraddiebe auf Granit:

Bremsscheibenschloss
an Bremsscheibe montiert; Vorteile: Speziell der Mini-Disc-Lock bietet kaum Angriffspunkte für Seitenschneider und Sägen. Mehr Angriffsfläche bieten Minibügel. Sie sind klein und handlich und werden in praktischer Tasche am Gürtel befestigt, ohne den Fahrer zu stören. Nachteil: Das Motorrad kann nirgends angekettet werden. Vorsicht: Der Bügelbolzen passt nicht in die Bremsscheibenlöcher von jedem Motorrad.

Panzerschloss
Kette mit Kugelgliedern, die sich bei einem Aufsägeversuch abrollen. Innen verläuft ein Stahlseil. Vorteil: Falls vorhanden, kann das Motorrad an einen Ständer oder Lichtmast angekettet werden (an Verkehrstafeln ist es verboten), oder es können mehrere Motorräder miteinander verbunden werden. Nachteil: wuchtig, sperrig, schwer zu transportieren.

Bügelschloss
wirkt nur, wenn es aus hochwertigem Material gefertigt ist; billige Bügelschlösser sind mit einem Bolzenschneider rasch geknackt; Nachteil: Für Breitreifen werden breite Bügelschlösser benötigt – das macht die Sache sperrig und teuer; insgesamt sind Bügelschlösser noch schwieriger zu verstauen als Panzerschlösser, weil sie unbeweglich sind.

Lenkgriffschloss
Fixiert Gas und vorderen Bremsgriff. Nachteil: Lässt sich in billiger Ausführung relativ leicht durchschneiden; hochwertige Produkte sind zu empfehlen.

Einmaleins der Motorrad-Alarmanlage

Der Abtransport von Motorrädern, etwa mit Lastfahrzeugen, kommt kaum vor, wissen die Kriminalisten. Eine Alarmanlage, die davor schützen soll, scheint fast übertrieben. Mit einem guten Zusatzschloss kann der "Biker“ sein Gefährt wirksam vor Dieben schützen. Wer sein Motorrad dennoch rundum schützen will: Im Handel sind auch sehr wirksame Alarmanlagen erhältlich.

Erschütterungsalarm
Vorteil des „Quecksilber-Neigungsschalters“: Die Anlage schlägt bei geringer Erschütterung nicht sofort Alarm. Nachteil: heikler Einbau, schwierige Empfindlichkeitseinstellung, optimale Funktion nur bei Bewegung in eine Richtung.

Kugelschalter („Spy Ball“)
Registriert Positionsänderungen in jede Richtung.

Kontaktschalter
Schützt vor Ersatzteiljägern. Etwa am Seitendeckel montiert, löst er bei einem Aufbruchsversuch Alarm aus. Nachteil: extrem fehlalarmanfällig; wird nur auf Sonderwunsch eingebaut und nicht als Paket.

Selbstversorger
Schlägt auch Alarm, wenn das Bordnetz außer Gefecht gesetzt wird. Unbedingt notwendig als Sabotageschutz.

Jumping-Code-Anti-Scanner
Programmiert bei Funkfernsteuerung nach jedem Schließvorgang einen neuen Code - ihn zu kopieren nützt nichts, da er beim nächsten Aufsperren nicht mehr gilt.
Startunterbrechung: Obligat bei Alarmanlagen. Selbst wenn das Zündschloss aufgebrochen wird oder die Kabel kurzgeschlossen werden, bleibt die Stromversorgung des Startrelais unterbrochen.

Panik-Alarm – Überfallstaste
Funktioniert nur bei ausgeschalteter Zündung; löst per Fernsteuerung Alarm aus, etwa im Fall eines Überfalls in einer Tiefgarage – Reichweite: 25 Meter.