Autodiebe unterwegs

Täglich werden in Österreich etwa sieben Autos gestohlen. Jährlich werden rund 30.000 Autoeinbrüche verübt. In den östlichen Nachbarländern Österreichs verschwinden pro Tag oft bis zu 20 österreichische Kraftfahrzeuge.

Ein Profi benötigt zehn, höchstens zwanzig Sekunden, um ein Auto zu stehlen. Amateure benötigen kaum länger als eine halbe Minute. In zehn Minuten feilen Autodiebe aus einem "Rohling“ den passenden Zündschlüssel.
Für Täter, die es nur auf den Inhalt des Fahrzeugs abgesehen haben, ist der Zeitaufwand noch geringer. Meist schlagen sie eine Seitenscheibe ein., was nicht lauter ist, als ein Schlag auf eine Tischplatte.
Autodiebe und Autoeinbrecher schreiten selten auf gut Glück zur Tat. Sie sondieren die Lage. Sehen nach, ob der Wagen leicht zu knacken ist, ob es etwas zu holen gibt, oder ob beispielsweise eine Alarmanlage stören könnte. Die meisten lassen von gesicherten Fahrzeugen die Finger. Die Auswahl an ungeschützten Fahrzeugen ist groß genug.
Nicht nur teure Luxusschlitten stehen auf den Hitlisten der Diebe. Ältere Modelle verwenden sie für Spritzfahrten oder als Fluchtfahrzeug bei Überfällen. Versichern allein schützt nicht vor Schaden; die Verbände ersetzen den Zeitwert des Wagens, aber nicht das, was es kostet, sich ein neues Auto anzuschaffen.

Autodiebe gehen den Weg des geringsten Widerstands. Oft vergessen Autofahrer auf Grundlegendes und machen es den Ganoven leicht:
• Sie lassen den Wagen mit laufendem Motor stehen – nur kurz, aber lang genug für Autodiebe,
• lassen Fenster, Türen, Schiebedach und bei Cabrios das Faltdach offen,
• lassen Autopapiere im Wagen, Dokumente, Bargeld, Scheckkarten, Schecks oder Kreditkarten, Wertgegenstände und Waffen im Handschuhfach oder frei auf der Rückbank liegen,
• verwahren den Reserveschlüssel im Fahrzeug.
• viele Handydiebstähle werden bei Autoeinbrüchen begangen. Die Pin-Codierung beim Handy nicht ausschalten!

Vorsicht, wenn der Tankdeckel verschwunden ist: Autodiebe können anhand des Tankschlosses einen Zweitschlüssel feilen. Oft werden die Fahrzeuge erst Wochen später gestohlen. Aus dem im Handschuhfach abgelegten Serviceheft lesen die Ganoven die Besitzerdaten und fälschen einen Zulassungsschein.
Die Tankdeckelmethode funktioniert allerdings nicht, wenn Tankschloss- und Startschlüssel verschieden sind!

Mechanische Sicherungen
Ein Sperrstock wird am Lenkrad montiert und verspreizt sich an der Windschutzscheibe. Ein Sperrstock eignet sich besonders für ältere Fahrzeuge, wenn die Anschaffung einer elektronischen Sicherung nicht mehr rentabel ist.

Bei der Schalthebelsicherung wird der Ganghebel mit einem Bügelschloss im Rückwärtsgang fixiert, bei Automatik in der P-Stellung oder über einen in die Konsole eingebauten Sicherheitszylinder.

Elektronische Sicherungen
Fahrzeuge gehobener Preisklassen sind bevorzugte Ziele organisierter Banden. Sie setzen alles daran, um an die Autos heranzukommen. Dementsprechend gut sollten Luxuswagen gesichert sein. Am besten mit drei Schutzvorrichtungen, zum Beispiel: einer elektronischen Wegfahrsicherung, einer Alarmanlage und einer mechanischen Schalthebelsperre.
Individuelle Stromunterbrechungen werden versteckt im Fahrgastraum eingebaut. Der Lenker kann die Elektrik auf Knopfdruck kappen, bevor er aussteigt. Der Motor lässt sich nicht starten. Den meisten Autodieben fehlt die Zeit, die Stromtaste zu suchen. Vorteil: nachträglicher Einbau ist einfach.

Elektronische Wegfahrsperren
Sie unterbrechen meist Zündung, Zündspule und Benzinpumpe. Auch sie können nachträglich eingebaut werden. Der Wagen läßt sich nur mit einem zusätzlichen Chip oder nach Eingabe eines Codes starten. Der Chip kann auch im Zündschlüssel integriert sein. Vorsicht: Er lässt sich mitunter kopieren – daher: Schlüssel nicht in fremde Hände.

Alarmanlagen
Alarmanlagen sollten einfach zu bedienen sein; sie nützen nichts, wenn sie nicht eingeschaltet sind.
Der Einbau eines solchen elektronischen „Aufpassers“ ist kompliziert, weil die Anlage genau eingestellt werden muss. Den Einbau einer Alarmanlage sollte ein Fachmann vornehmen.
Billiganlagen aus Diskontläden versprechen auf der Verpackung einfachen Einbau und optimalen Schutz. Die Anlagen lösen aber häufig Fehlalarme aus, und selbst primitive Täter überlisten sie.
Zu Alarmanlagen werden Aufkleber mitgeliefert. Viele Kriminelle schreckt der Hinweis auf ein Hindernis ab.
Die Stromversorgung sollte unabhängig von der Autobatterie erfolgen. Sonst könnte ein Dieb die Alarmanlage mit einem Handgriff außer Gefecht setzen. Die Anlage sollte über eine eigene Sirene verfügen und nicht mit der Fahrzeughupe Alarm schlagen. Sie sollte sabotagegeschützt sein.
Was die Alarmanlage sichern sollte:
Türen, Motorhaube, Kofferraumdeckel und Zündschloss.
Die Innenraumüberwachung baut ein Ultraschallfeld auf. Es reagiert auf jede Bewegung im Fahrzeug und schützt vor Einbrechern. Die Sirene schlägt Alarm, sobald jemand eine Scheibe einschlägt. Speziell Cabrios lassen sich auf diese Weise vor Zugriffen Unbefugter schützen.
Ein Abschleppschutz stellt sicher, daß der Wagen nicht per Tieflader verschleppt werden kann.
Empfehlenswert ist ein Pager, über den der Besitzer alarmiert wird. Reichweite: bis zu zwei Kilometer.

"Anti-Überfalls-Funktion“:
Wird einem Autofahrer der Wagen mit Gewalt genommen, kann er mit einer Fernsteuerung noch aus 100 Metern Entfernung Alarm auslösen. Der Räuber wird eingeschlossen, während die Sirene heult und die Lichtanlage verrückt spielt.

Die Fernbedienung für die Alarmanlage darf nie aus der Hand gegeben werden. Autodiebe könnten den Code kopieren. In Werkstätten sollte die Alarmanlage stillgelegt und nur der Schlüssel abgegeben werden.

Autoradios:
"Quick-out”-Halterungen ermöglichen es, das Autoradio mit einem Handgriff auszubauen und mitzunehmen. In vielen Fällen wird nur das Bedienungselement abgenommen. Autoeinbrecher fangen mit dem nackten Radio nichts an. Diese Möglichkeit sollte konsequent genutzt werden.

Codesicherung:
Baut ein Dieb das Radio aus, muss er es von der Batterie abklemmen – das Gerät geht nur in Betrieb, wenn ein mindestens sechsstelliger Zifferncode eingegeben wird.
Fahrzeuge mit gesicherten Geräten sollten deutlich gekennzeichnet sein. Das schreckt Amateurdiebe ab. Profieinbrecher kennen Wege, den Code zu knacken.
„Keycard“-Radios funktionieren nur mit einer scheckkartenähnlichen Sicherungskarte, die mit einem Chip versehen ist.
Anschluss an eine Alarmanlage: Ist das Radio an die Alarmanlage angeschlossen, schlägt diese Alarm, sobald jemand am Gerät herumwerkt – auch wenn die Alarmanlage nicht scharfgeschaltet ist.

Kennzeichnung
Das Autokennzeichen in das Radio einspeichern: Beim Einschalten erscheint die Autonummer im Display. Der rechtmäßige Besitzer ist mühelos herauszufinden, wenn die Polizei oder Gendarmerie das gestohlene Radio bei einem Dieb beschlagnahmt.
Eine individuelle Nummer in das Radiogehäuse eingravieren: Das erleichtert der Exekutive ebenfalls, den Namen des Eigentümers zu ermitteln. Die Nummer sollte im Autoradiopass eingetragen sein.
Wer ganz sicher gehen will, sollte mehrere Möglichkeiten anwenden.
Wer den auf der Rückseite abgebildeten Pass ausfüllt und aufbewahrt (nicht im Wagen), erleichtert die Schadensabwicklung mit der Versicherung im Fall eines Diebstahls und der Exekutive die Fahndung nach den Tätern.