Sicherheit in Geschäften

In Kaufhäusern müssen Kriminelle nicht erst nach begehrten Gegenständen suchen. Sie liegen in den Regalen bereit. Mit einem Einbruchsschutz allein ist nicht genug getan, ein Schutz vor Überfällen ist erforderlich.

Raubüberfall
Hilfe bei Raubüberfällen bieten "Überfallmeldesysteme“ – elektronische Maßnahmen in Verbindung mit Alarmanlagen, ausgelöst durch Überfallstasten, Geldscheinkontakte, Fußkontaktschienen oder präparierte Geldscheinpakete.
Ob ein „stiller Alarm“ oder eine Alarmanlage mit Sirene und Blitzlicht zu wählen ist, hängt von der Beschaffenheit des Geschäfts ab. Bei lautem Alarm könnte es zu Panikreaktionen des Räubers kommen. Richtiges Verhalten ergänzt den elektronischen Schutz.

1. Verhalten vor der Tat:
• Bargeldbestand niedrig halten; öfter zur Bank gehen.
• Sich beim Geldzählen nicht zusehen lassen: Durch die Auslagenfenster sollte ein Einblick unmöglich sein, wenn jemand im Geschäft abrechnet.
• Während der Kassenabrechnung nicht öffnen, wenn jemand an der Tür ist.
• Kontrollblick, bevor der Geldbote das Geschäft verlässt.
• Verschiedene Wege und verschiedene Zeiten für Geldtransporte wählen.
• Oft beobachten Räuber den Schauplatz des Verbrechens, bevor sie zur Tat schreiten. Der Verdacht sollte ernst genommen werden, wenn Kundschafter das Geschäft beobachten. Die Polizei oder Gendarmerie (Notruf 133) kann die Verdächtigen zur Rede stellen und überprüfen – besser einmal zu oft als zu wenig.

2. Verhalten während der Tat:
• Ruhe bewahren.
• Keine kühnen Aktionen setzen; Menschenleben zählen mehr als Geld.
• Keine Waffen verwenden.
• Den Täter nicht durch unüberlegtes Handeln provozieren; das Geld langsam und zögernd herausgeben, viele Kriminelle bringen nicht die Nervenstärke auf, längere Zeit abzuwarten; sie flüchten vorzeitig mit einem Teil der Beute.
• Während des Überfalls auf Aussehen des Täters achten, Auffälliges genau einprägen, etwa Narben, Tätowierungen, Ringe, Uhren, Schuhe. Größenmarkierungen an der Eingangstür sind hilfreich, um später die Größe des Räubers angeben zu können.
• Nur dann Gegenwehr setzen oder flüchten, wenn die Maßnahme Aussicht auf Erfolg hat.
• Sich nicht anmerken lassen, wenn man den Täter erkennt.
• Nach Möglichkeit unbemerkt „stillen Alarm“ auslösen.

3.Verhalten nach der Tat:
• Auf Fluchtrichtung des Täters achten, sich das Autokennzeichen des Fluchtwagens merken (notieren).
• Vorsicht bei Verfolgung des Täters; in sicherer Entfernung bleiben; Passanten durch Hilferufe auffordern, sich an der Verfolgung zu beteiligen.
• Passanten auf Tat und Täter aufmerksam machen.
• Polizeinotruf 133 sofort verständigen, auch wenn bereits „stiller Alarm“ ausgelöst ist. Dabei: Tatort, Fluchtrichtung und eine kurze Beschreibung des Räubers angeben.
• Nichts berühren und verändern, keine Spuren verwischen.
• Vor dem Geschäft auf Polizei oder Gendarmerie warten.

Einbruch
Schäden durch Einbrüche lassen sich verhindern durch:
• mechanische Maßnahmen,
• elektronische Maßnahmen,
• Verhalten.

Mechanische Maßnahmen
Lassen sich an allen Öffnungen des Geschäfts anbringen:
Eingangstüren, Schaufenster, Vitrinen, Hintereingänge, Hoffenster, Flurfenster, Kellerschächte, Oberlichten. Im Inneren ist auf Verschlüsse an Türen, Fenstern und Tresoren zu achten. Safes sind am sichersten, wenn sie in die Wand eingebaut sind. Standtresore lassen sich abtransportieren, selbst wenn sie noch so schwer sind. Es gibt sie in verschiedenen Schutzklassen; welche angewendet werden soll, hängt von den anderen Sicherheitsvorkehrungen ab.
Der Safe sollte Teil des Sicherheitskonzepts sein, das der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst kostenlos erstellt.

Elektronische Maßnahmen (Alarmanlagen)
Außenschutz:

zur Überwachung von Schließzuständen der Türen, Fenster, Oberlichten mit Magnetkontakten, Glasbruchmeldern, Riegelkontakten, Lichtschranken.
Raumschutz:
zur Überwachung von Innenräumen wie Verkaufsraum, Personal-, Lager- und Nebenräume auf unzulässige Veränderungen und Bewegungen mittels Infrarot-, Ultraschall-, Mikrowellen- oder Dualmelder.

Objektschutz:
zur Sicherung von besonders gefährdeten Objekten wie Tresoren und Kassen, Gemälden, speziellen Kunst- und Wertgegenständen mit Ultraschallmeldern, Bildermeldern, Abhebekontakten.

Sämtliche Schutzarten lassen sich mit einer Alarmanlage kombinieren und schlagen an einer hilfeleistenden Stelle Alarm, etwa beim Polizeinotruf oder einem privaten Sicherheitsdienst.
• "Stiller Alarm“ ermöglicht es, im Fall eines Einbruchs oder Überfalls ohne Wissen des Täters Hilfe herbeizuholen.
• "Stiller Alarm“ schützt vor Affekthandlungen: Sirenen oder Klingelalarm können den Täter in Panik versetzen.
• Der Auslöser für einen "stillen Alarm“ muss in einer Notsituation leicht und vom Angreifer unbemerkt erreichbar sein.
• Für Alarmanlagen unbedingt einen Wartungsvertrag abschließen.
• Nur geprüfte Geräte (VSÖ- oder VdS-Prüfnummer) verwenden.
• Regelmäßig die Funktionstüchtigkeit der Alarmanlage überprüfen; Probealarm mit dem Empfänger der Notsignale absprechen.

Schutz durch Nachbarschaftshilfe
• Sollte der Einbau einer professionellen Alarmanlage nicht möglich sein, kann eine Leitung in ein Nachbargeschäft oder eine Nachbarwohnung helfen, durch Klingel- oder Lichtzeichen jemanden zu alarmieren.

Verhaltensregeln im Geschäft:
• Bargeldbestände niedrig halten;
• wertvolle Waren nach Geschäftsschluss nicht in der Auslage lassen; soweit möglich, im Tresor aufbewahren;
• bei Geschäftsschluss überprüfen, ob Türen und Fenster geschlossen sind;
• Sicherheitsbeauftragten nominieren;
• größere Geldmengen nicht in der Kassa aufbewahren; höhere Beträge so rasch wie möglich in ein Geldinstitut (Einwurftresor) bringen, bis dahin in einem Tresor verwahren;
• wechselt häufig das Personal, etwa wegen Schichtdienst, sind Bodentresore empfehlenswert. Diese eignen sich auch für den Einbau in Kioske, in denen Wandtresore wegen zu geringer Mauerstärke nicht eingebaut werden können.
• Der Tresor sollte so aufgestellt sein, dass ihn die Kunden nicht sehen können.

Ladendiebstahl
Auch während der Geschäftszeit sollte die Ware geschützt sein. Dazu dienen „elektronische Artikel-Sicherheitssysteme“.

Folgende Artikel-Sicherungssysteme sind empfehlenswert:
• Warensicherungsleisten zur gebundenen Warensicherung (Alarmierung bei unerlaubter Warenübernahme),
• radiofrequente Systeme und Magnetsysteme zur zentralen Überwachung gegen Diebstahl,
• Spiegel, Kameras.
Sicherheitsvorteile
• erleichtern dem Verkaufspersonal die Arbeit,
• erkennen zuverlässig Ladendiebstahl,
• vergrößern die Rentabilitätsberechnung,
• senken Inventurdifferenzen,
• stellen eine psychologische Hemmschwelle für Ladendiebe und Personaldiebstähle dar.